[Mama-Themen] Mutti auf Jobsuche

23:55:00

Hallo meine Lieben,

lange lange habe ich nun überlegt, ob ich meine Gedanken hier niederschreiben soll oder nicht. Dieser Blog ist öffentlich und von jedem einsehbar und falls sich nun ein zukünftiger Arbeitgeber einer noch frischen Mama hierher verirrt, dann sollte dieser bitte nun genau lesen.

Mein Arbeitgeber, bei welchem ich angestellt war, als ich schwanger wurde, hört auf und somit steht mir dieser Arbeitsplatz nach meiner Elternzeit nicht mehr zur Verfügung.
Ich habe sehr früh angefangen zu suchen und hatte auch schnell Glück, leider hatte sich diese Arbeitsstelle dann doch gegen mich entschieden, da ich zu spät bei denen hätte anfangen können. Dies wurde mir nur leider erst auf Nachfrage mitgeteilt.

Also habe ich meine Suche erneut gestartet, zuerst bei vielen Firmen, da ich meinen Beruf zwar gern ausübe, aber ich nun schon so viele auch potenzielle Arbeitgeber gesehen habe, bei denen ich einfach nicht glücklich geworden wäre. Leider verlief die Suche "branchenfremd" nicht sehr gut und ich habe trotz meiner sehr guten Zeugnisse nur Absagen erhalten.

Letztendlich musste ich mich nun doch wieder meiner Branche zuwenden. Bei fast jeder Stelle auf die ich mich beworben habe, wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Bei diesen Vorstellungsgesprächen wurde ich aber jedes Mal zwischen den Zeilen gefragt, ob ich alleinerziehend wäre.
In meinem Lebenslauf stehen folgende Worte:

Familienstand: ledig, 1 Kind (1 Jahr)

Für mich nicht nachvollziehbar und absolut erschreckend, dass jeder einzelne der potenziellen Arbeitgeber davon ausgegangen ist, dass ich alleinerziehend bin. Mittlerweile haben wohl mehr unverheiratete Paare ein Kind zusammen, als verheiratete. Auf die Vorstellung, dass genau dieser Punkt in meinem Lebenslauf mir wohl ins Knie schießt, wäre ich nie gekommen.

Schlussendlich war ich nun gezwungen eine Stelle anzunehmen, mit der ich alles andere als glücklich bin.

Trotz meiner Zeugnisse, sowohl Prüfung, als auch Arbeitszeugnisse, schrecken Arbeitgeber vor der Tatsache zurück, dass ich ein 1 jähriges Kind habe. Es ist wirklich deprimierend und sehr frustrierend, dass meine Arbeitsleistung die ich erbringen kann, anscheinend anhand dessen gemessen wird, dass ich ein Kind habe.

Gerade durch das Mutter sein, erhält man ganz neue "Talente"

Auch im wildesten Chaos und im absoluten worst case, wie es so schön heißt, kann eine Mutter den Überblick behalten und mit Ruhe an die Sache rangehen. Schließlich herrscht zu Hause die ersten Jahre immer Chaos und die nächste potenzielle Gefahrenquelle muss immer im Blick sein.

Nachdem eine Mutter im ersten Jahr nie ohne eine komplette Notfallausrüstung das Haus verlässt, hat diese ein noch größeres Organisationstalent sowie eine hohe Zuverlässigkeit. Denn keine Mutter will mitten im Stadtbummel ohne Schnuller oder das Lieblingskuscheltier des Kindes dastehen.

Viele Mütter wollen nach der Elternzeit gerne in Teilzeit arbeiten, um weiterhin viel Zeit mit ihrem Kind verbringen zu können. Ich möchte das auch. Eine in Teilzeit arbeitende Mutter bietet den Vorteil, dass der Arbeitsanfall mit hoher Konzentration schneller abgearbeitet wird, denn keine Kindertagesstätte verzeiht einer Mutter, die ihr Kind nicht pünktlich abholen konnte, weil sie länger arbeiten musste. Das Kind zu spät abzuholen bedeutet, mehr zahlen zu müssen. Jede Mutter wird das mit aller Kraft vermeiden wollen.

Ich hoffe für mich selbst, dass ich bald auf einen Arbeitgeber treffe, der sich diese Talente einer Mutter in Teilzeit zu nutzen machen möchte und ich eine bessere Anstellung finde.

Alles Liebe
Eure Sara

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